Sparkasse Minden-Lübbecke blickt auf Rekordniveau bei Neugeschäft

Der Vorstand der Sparkasse Minden-Lübbecke mit (v. l.) Volker Böttcher, Georg Droste und Wolfgang Kirschbaum blickt auf ein Kundenneugeschäft auf Rekordniveau. Foto: Pressebüro AmtageMinden (Mix). Wenn Wolfgang Kirschbaum, Chef der Sparkasse Minden-Lübbecke, von „sehr zufrieden“, „Rekordwachstum“ und einem „spannenden und aufregenden Jahr“ spricht, dann ist das eher ungewöhnlich für seinen Sprachgebrauch. Bei der Bilanzpressekonferenz des kommunalen Kreditinstitutes tat der Vorstandssitzende dieses gestern in der Hautgeschäftsstelle in Minden und ging sogar noch einen Schritt weiter: „In Teilbereichen war 2017 das beste Jahr seit langem.“

In nüchternen Zahlen stellt sich dieses „beste Jahr“ so dar: Die Bilanzsumme stieg von 2,5 Milliarden Euro in 2016 auf 2,52 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr. Das betreute Kundenvermögen wuchs um 100 Millionen Euro auf 2,83 Milliarden Euro an. Die Kundeneinlagen betrugen 1,8 Milliarden Euro (2016: 1,78). Das Kundenwertpapiervermögen ist mit 1,03 Milliarden Euro (0,95) ausgewiesen. „Damit haben wir die Eine-Milliarde-Euro-Marke geknackt“, betont Kirschbaum im Beisein seiner Vorstandskollegen Georg Droste und Volker Böttcher.

Das „Rekordwachstum“ verzeichnet die Sparkasse, deren Träger der Kreis Minden-Lübbecke und die Städte Minden und Petershagen sind, im Kreditgeschäft. Mit einem Plus von 66 Millionen Euro stieg das Gesamtvolumen auf 1,62 Milliarden Euro. Getragen worden sei dieses besonders vom Firmenkundengeschäft, erläutert Böttcher, das sich von 0,68 auf 0,73 Milliarden Euro erhöhte. Und auch bei den Girokonten gab es einen leichten Zuwachs, wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Georg Droste erklärt: 126.145 Girokonten betreuen die aktuell 611 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse – 20 Beschäftigte weniger als im Vorjahr – in den 21 Geschäftsstellen (2016: 40).

Niedrigste allgemeine Zinsniveau seit 70 Jahren

Bei allen positiven Nachrichten, die das Vorstands-Trio vermittelt, findet sich aber auch der berühmte Wermutstropfen. „Noch Anfang des letzten Jahres haben wir das niedrigste allgemeine Zinsniveau seit 70 Jahren erlebt. Von der Europäischen Zentralbank verordnete Minuszinsen kommen noch hinzu“, sagt Kirschbaum. Die Rahmenbedingungen bedeuteten einen weiteren Rückgang des Zinsüberschusses und damit steigenden Kostendruck, was letztlich zu einem erneuten Ertragsrückgang geführt habe. So betrug der Zinsüberschuss in 2017 nach vorläufigen Zahlen rund 45,8 Millionen Euro, was ein Minus von 3,2 Millionen Euro oder 6,5 Prozent bedeutet.

Angesichts dieser Entwicklung sieht Wolfgang Kirschbaum die Entscheidung zur Reduzierung des Geschäftsstellennetzes bestätigt. „Die Kosteneinsparungen aus der reduzierten Anzahl der Geschäftsstellen von 40 auf 21 werden erst in diesem Jahr in vollem Umfang wirksam“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. In Euro rechnet er mit Einsparungen zwischen 600.000 und 700.000.

Aber auch der Jahresüberschuss liegt leicht unter dem Vorjahreswert. Waren es 2016 noch 4,9 Millionen Euro, sinkt der Betrag im vergangenen Geschäftsjahr voraussichtlich auf 4,7 Millionen Euro. Das sogenannte ordentliche Ergebnis weist ebenfalls nach unten. Mit 17,2 Millionen Euro werden es rund 3,5 Millionen Euro weniger sein als im Jahr 2016. Angesichts der Umstrukturierung, die die Sparkasse Minden-Lübbecke in den vergangenen Jahren vorgenommen hat, sieht Kirschbaum aber Licht am Ende des Tunnels: „Für 2018 erwarten wir wieder leicht höhere Erträge.“ Hintergrund seien weitere Zuwächse im Kreditgeschäft und beim betreuten Kundenvermögen, die erwartet werden. Bereits die ersten Wochen des aktuellen Jahres seien überdurchschnittlich gut gelaufen.

Dabei bleibt die Sparkasse auch ein guter Steuerzahler. Rund drei Millionen Euro Gewerbesteuer verbleiben in der Region. Die Ausschüttungen an die Träger betragen etwa 1,9 Millionen Euro. Hinzu kommen 800.000 Euro an Spenden, Stiftungsmittel und Sponsoringleistungen, die im vergangenen Jahr an etwa 400 Empfänger gingen.

Digitalisierung für Sparkasse Minden-Lübbecke wichtiges Thema

Ein wichtiges Thema, das der Sparkassen-Vorstand weiterhin konsequent verfolgen will, ist die Digitalisierung. Die angebotenen alternativen Kundenbetreuungswege wie unter anderem Online- und Mobile-Banking sowie die Onlineberatung hätten sich bewährt, so Georg Droste. Bereits 52 Prozent der Kunden nutzten die digitalen Angebote. „Tendenz weiter steigend.“

„Die bargeldlosen Zeiten werden wir zwar nicht so schnell sehen. Aber die Zukunft lässt sich nicht mit Strategien und Strukturen der Vergangenheit gestalten“, betont Wolfgang Kirschbaum: „Mit den vorhandenen Kundenbetreuungswegen sehr wir uns für die Zukunft gut gewappnet.“

Dass diese Entwicklung auch Auswirkungen auf den Personalbestand haben wird, darauf verweist der Vorstandsvorsitzende ebenfalls. Bis 2020 soll eine Mitarbeiterzahl von 450 Vollzeitstellen erreicht werden. Aktuell sind es 517. Der Eintritt in den Ruhestand, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation sollen diesen Weg möglich machen. Wobei die Sparkasse an ihrem Grundsatz festhalten will, alle freien Stellen im Hause aus den eigenen Reihen zu besetzen. Die Basis dafür sind 37 Auszubildende, die derzeit beschäftigt werden.

Was der Sparkasse fehlt, sind Baugrundstücke. Die Nachfrage sei groß, verweist Volker Böttcher auf eine Wohnungsbaufinanzierung in Höhe von 105 Millionen Euro, die das Kreditinstitut im vergangenen Jahr gewährte. Sieben Millionen Euro mehr als 2016. Die Devise sei bei vielen Kunden: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Angesichts des hohen Kaufinteresses müssten Kunden heute schnell reagieren, die Sparkasse biete die entsprechende zügige Dienstleistung. Wie schnell Baugrundstücke inzwischen Verkäufer finden, sieht Böttcher in Gestringen: „Dort haben wir ein schönes Baugebiet, das innerhalb weniger Monate fast ausverkauft war.“ Der Sparkassen-Vorstand verweist aber auch auf einen anderen Punkt: „Das Zinsniveau zieht leicht an.“

Resümierend sieht Vorsitzender Wolfgang Kirschbaum die Gesamtsituation so: „Wir sind noch nicht da, wo wir glücklich sind. Aber wir haben uns sehr gut positioniert.“

© Text und Foto: Pressebüro Hans-Jürgen Amtage | Minden

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