Polizei Minden-Lübbecke warnt: Lenk dich nicht app!

Polizeidirektor Detlef Stüven (l.) und Landrat Dr. Ralf Niermann (2. v. l.) stellten gestern gemeinsam mit Vertretern der Kreispolizeibehörde und Busunternehmern die Aufklärungsaktion „Lenk dich nicht app. Kein Handy am Steuer“ vor. Foto: Pressebüro Amtage

Polizeidirektor Detlef Stüven (l.) und Landrat Dr. Ralf Niermann (2. v. l.) stellten gestern gemeinsam mit Vertretern der Kreispolizeibehörde und Busunternehmern die Aufklärungsaktion „Lenk dich nicht app. Kein Handy am Steuer“ vor. Foto: Pressebüro Amtage

Minden-Lübbecke (PAM). Für Landrat Dr. Ralf Niermann ist es „eine Unart, die sich weiter ausbreitet“. Für Polizeidirektor Detlef Stüven eine Gefahr, die das Unfallrisiko bis zum 23-fachen steigert. Die Smartphone-Nutzung am Steuer.

Mit einer mobilen Aufklärungsaktion weist jetzt die Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke auf Gefahren hin, die die ständige Erreichbarkeit und die Nutzung von Sozialen Netzwerken besonders beim Autofahren darstellt. Mit großflächigen Transparenten macht die Polizei in Form eines Cartoons auf dem Heck von Bussen und mit Plakaten im Fahrgastraum der Busunternehmen MKB und Lücking auf das zunehmende Problem aufmerksam: „Lenk dich nicht app. Kein Handy am Steuer.“

Smartphone im Auto: Der Tod fährt mit

Gestaltet hat das Plakat der Bochumer Grafiker und Cartoonist Oli Hilbring, der unter anderem für seine nasenbetonten Figuren bekannt ist. Während Hilbrings PKW-Fahrer bei dieser Zeichnung gerade in sein Smartphone tippt, freut sich Gevatter Tod als Beifahrer mit den Worten „Facebook bei 120 km/h. Gefällt mir!“

Dass ein solcher Cartoon alles andere als übertrieben ist, machten der Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Minden-Lübbecke, Björn Brocks, Verkehrssicherheitsberater Stephan Spanke, Detlef Stüven und Landrat Ralf Niermann am Dienstag bei der Vorstellung der Aktion in Minden an verschiedenen Beispielen deutlich. Wer beim Autofahren „nur mal eben“ eine Telefonnummer eingibt, benötigt dafür etwa 13 Sekunden. Das Schreiben einer SMS benötigt im Schnitt 36 Sekunden und steigert das Unfallrisiko bis zum 23-fachen. Während dieser Zeit legt das Auto bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern 14 Meter pro Sekunde zurück, bei 70 km/h sind es 19 Meter. Bei einer Kurznachricht und 50 Stundenkilometern Geschwindigkeit bedeutet das eine Langstrecke von mehr als 500 Metern Blindfahrt, bevor der Smartphone-Nutzer wieder auf die Straße blickt. Eine Strecke, die tödlich enden kann – für den Autofahrer ebenso wie für einen Passanten, der vielleicht gerade die Straße quert.

Stüven gibt noch ein anderes Beispiel: „Das Schreiben einer Kurznachricht entspricht einer Fahrt mit 1,1 Promille im Blut. Der Fahrer ist also fahruntüchtig.“ Man müsse sich daher die Frage stellen, ob den Betroffenen die Gefahrensituation überhaupt bewusst sei, betont Ralf Niermann. Um hier anzusetzen, bilde die humorvolle Art und Weise, mit der die Kreispolizeibehörde bei dieser Aktion Aufklärung betreibe, eine gute Ansatzmöglichkeit. Wie notwendig das scheint, erläutert Detlef Stüven anhand von Zahlen. 2015 erfasste die Polizei im Mühlenkreis 1700 Delikte, bei denen das Handy am Steuer eine Rolle spielte. Im vergangenen Jahr waren es bereits 2400 Fälle.

Man muss nicht immer erreichbar sein

„Man muss nicht immer und überall erreichbar sein“, macht daher Landrat Niermann deutlich und empfiehlt, das Mobiltelefon einfach mal klingeln zu lassen. Hinzu komme, dass die komplexere Technik in den Fahrzeugen bereits zu einer größeren Ablenkung führe. Und Björn Brocks erinnert: „Die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer ist verboten und kostet 60 Euro sowie einen Punkt in Flensburg.“ Zudem betont er, dass auch Fahrradfahrer bei der Handynutzung mit 25 Euro zur Kasse gebeten werden.

Für Busunternehmer Karl-Heinz Lücking und seine Tochter Britta ist es eine Selbstverständlichkeit, die Aktion der Polizei zu unterstützen. Ihre Busse sind im Altkreis Lübbecke und in Bad Oeynhausen unterwegs. MKB-Geschäftsführer Johannes Marg sieht es ebenfalls als Verpflichtung. „Ich weiß, wie intensiv meine Kinder das Smartphone nutzen. Da kommt eine Generation auf uns zu, die frühzeitig über die Gefahren der Nutzung dieser Telefone im Straßenverkehr aufgeklärt werden muss.“

© Text und Foto: Pressebüro Hans-Jürgen Amtage | Minden

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