Piraten Minden-Lübbecke setzen ein Licht für die Hoffnung

Flüchtlinge willkommen - Refugees welcome - Minden

Flüchtlinge willkommen – Refugees welcome, heißt es in Minden. Foto: PR

Minden. Die Piraten Minden-Lübbecke setzen am Donnerstag, 17. September, für die Flüchtlinge in aller Welt ein „Licht für die Hoffnung“. Unter diesem Motto findet um 19.30 Uhr auf dem Markt vor dem Rathaus eine Kundgebung statt, die von Fatma Daldal organisiert wird.

„Wir möchten den Flüchtlingen in Minden sagen, dass sie bei uns willkommen sind. Gleichzeitig werden wir Kerzen anzünden und für die Menschen, die auf der Flucht ihr Leben lassen mussten, gemeinsam ein Zeichen setzen“, erläutert das Mitglied des Kreisvorstandes der Piraten. Dieses Licht solle ein Zeichen der Solidarität für alle Flüchtlinge in der ganzen Welt sein.

Weltweit seien zurzeit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht – und die Zahl wachse immer weiter, erinnern die Kreis-Piraten. 2014 seien 13,9 Millionen Menschen zur Flucht getrieben worden, viermal so viele wie noch im Jahr 2010. „Jeden Tag machen sich durchschnittlich 42.500 Menschen auf den Weg und auf die Suche nach Sicherheit, Frieden und ein neues Leben“, so Daldal. Besonders alarmierend: Die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche.

32,2 Millionen seien Binnenvertriebene, 19,5 Millionen Flüchtlinge und 1,8 Milionen Asylsuchende, die noch auf den Ausgang des Asylverfahrens warteten, schildern die Piraten die aktuelle Situation. „Diese Zahlen sind erschreckend. Noch erschreckender aber sind die Zahlen der auf der Flucht verstorbenen Menschen“, sagt Fatma Daldal. Seit Anfang 2015 seien nach Zahlen der UNO alleine auf der Mittelmeerroute mehr als 2000 Menschen ertrunken.

Das jüngste und traurigste Beispiel sei der dreijährige Aylan Kurdi, dessen lebloser Körper an den Strand von Bodrum (Türkei) gespült wurde und dessen Foto um die Welt gegangen ist. „Da hat das Elend ein sehr trauriges Gesicht bekommen“, so die Piratin. Er und seine Eltern seien auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien gewesen. „Sie haben auf ein friedliches Leben in Kanada gehofft.“ Der kleine Aylan Kurdi, sein Bruder und seine Mutter hätten wie alle anderen Ertrunkenen ihr Leben für ein Stück Hoffnung auf ein friedliches und sicheres Leben in meinem sicherem Land gelassen.

Luan Krasniqi, Mitglied der Piraten Minden-Lübbecke und selbst in den 1990er-Jahren aus Kosovo vor dem Balkankrieg geflüchtet, betont: „Aus meiner eigenen Erfahrung heraus fahren die Gefühle Achterbahn, wenn man auf der Flucht ist.“ Man trete eine ungewisse Reise an, verursacht durch Krieg, Angst, Not und Leid. In der Hoffnung, in ein sicheres Land zu kommen, wo man keinen Krieg, keine Not erlebe und endlich in Sicherheit sei. „Auf dieser Flucht muss man stark sein. Stark wie ein Fels. Man stößt an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit, aber man gibt nicht auf, weil einen die Hoffnung auf Sicherheit weitertreibt.“ Menschen, die die Grausamkeiten des Krieges, des Hungers und der Angst erlebten, würden immer Wege suchen, dem zu entkommen. Einer dieser Wege sei die gefahrvolle Mittelmeerroute.

Bei der Kundgebung am Donnerstag auf dem Markt soll an alle diese Menschen erinnert werden. Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Mindener sind eingeladen, ein Licht der Hoffnung zu setzen.

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