Peter Clever vor Arbeitgebern: Flüchtlinge bieten eine Chance

AGV-Geschäftsführer André M. Fechner (l.) und der neue Vorsitzende des Verbandes Sven Hohorst (r.) begrüßten Festredner Peter Clever (M.), Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände zur Vortragsveranstaltung. Foto: AGV

AGV-Geschäftsführer André M. Fechner (l.) und der neue Vorsitzende des Verbandes Sven Hohorst (r.) begrüßten Festredner Peter Clever (M.), Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände zur Vortragsveranstaltung. Foto: AGV

Minden (PAM). Eine Verlängerung der Schulpflicht empfiehlt das Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Peter Clever. Dieses ermögliche eine bessere Integration von jungen Flüchtlingen in unsere Gesellschaft.

Bei der traditionellen Vortragsveranstaltung nach der Mitgliederversammlung des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke (AGV) im Hotel Bad Minden, betonte Festredner Clever, die BDA empfehle dem Land Nordrhein-Westfalen dringend, dem Beispiel Bayerns zu folgen und die Schulpflicht zu verlängern. „Man hat immer den Eindruck, das Thema Flüchtlingssituation sei in Bayern besonders problematisch, doch hier wird ein Beispiel gegeben, dem die anderen Länder folgen sollten.“

Peter Clever reagierte mit dieser Erklärung auf eine Nachfrage des Hauptgeschäftsführers der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Thomas Niehoff, nach schulischen Angeboten für über 18-Jährige. Dieses sei zurzeit besonders mit Blick auf junge Flüchtlinge bei den Industrie- und Handelskammern ein zentrales Thema.

Aktuelle Herausforderungen der Arbeitsmarktpolitik standen im Mittelpunkt des Vortrages von Clever, der vom neuen AGV-Vorsitzenden Sven Hohorst auch im Namen seines Amtsvorgängers Christoph Barre zu der jährlich stattfindenden Veranstaltung begrüßt wurde. Das Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung machte dabei deutlich, dass er bei einem Großteil der Flüchtlinge eine große Bereitschaft sehe, arbeiten zu wollen. Voraussetzung dafür sei, in die Bildung zu investieren, gerade was das Erlernen von Sprache angehe. „Besonders die jungen Flüchtlinge bieten uns eine große Chance, Fachkräfte für die Unternehmen zu finden. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass der Weg dorthin aufgrund sprachlicher Barrieren länger dauert“, so Peter Clever.

Clever: Unternehmen schaffen Arbeit – nicht die Politik

Der ging zum Auftakt seiner Rede mit der Politik ins Gericht. „Unternehmen schaffen Arbeit. Nicht die Politik“, machte der 61-jährige Volkswirtschaftler deutlich, der viele Jahre auch für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion als Büroleiter und Pressesprecher wirkte und heute bei der BDA unter anderem für die Bereiche Arbeitsmarkt, Bildung und europäische Sozialpolitik zuständig ist. Dabei verwies er darauf, dass Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten nur 0,27 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ausmachten. 20 Prozent aller Arbeitnehmer seien in diesen Firmen beschäftigt. „Das bedeutet, dass vier von fünf Arbeitnehmern in kleineren Unternehmen tätig sind.“ Daher müsse vor allem Politik für die kleinen Unternehmen gemacht werden.

Bisher aber seien von der Politik vor allem für die großen Betriebe „Ressourcen in unserem relativ in Wohlstand getränkten Land verbrannt“ worden. Die nachfolgenden Generationen müssten die Folgen tragen. Clever lobte hier ausdrücklich die Arbeit des Vorsitzenden des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, dem es gelungen sei, der Ansicht der Sozialpolitik entgegen zu steuern, man könne „Probleme lösen, in dem man Geld auf diese Probleme schmeißt“. Weise, der kein „kleiner Arbeitsminister“ sein wolle, habe gezeigt, dass man große soziale Aufgaben auch nach wirtschaftlichen Aspekten steuern könne.

Auf den Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union eingehend, warnte Peter Clever davor, sich – wie bei der Flüchtlingssituation – von der Aufgeregtheit in der Presse anstecken zu lassen. Wenn die Katerstimmung vorüber sei, gelte es, sich darauf zurück zu besinnen, was die EU gerade auch arbeitsmarktpolitisch leisten müsse. Dabei müsse Europa lernen, sich zurückzuhalten.

„Wir brauchen ein Europa, das in den großen Fragen mit einer Stimme spricht. Das gilt besonders für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik“, so der BDA-Mann. Denn man könne nur in einem Land erfolgreich wirtschaften, das nicht von Kriegen geplagt sei. „Das geht nur in einer Friedensgemeinschaft.“

© Pressebüro Hans-Jürgen Amtage – Veröffentlichung des Textes nur mit Genehmigung des Autors.

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