Mobilität der Zukunft Herausforderung für Wirtschaft und Kommunen

Marcus Franke und Karl-Heinz Ellinghaus (v. l.) von der OPG Center Parking Osnabrück, Heinz Sasse vom ADAC, Karin Paulsmeyer und Jens Petershöfer (r.) vom NRW-Verkehrsministerium sowie Marco Schlüter von der Hermes Germany GmbH informierten beim IHK-Forum über Trends bei der Mobilität, der City-Logistik und beim Innenstadtparken. Foto: Hans-Jürgen Amtage

Marcus Franke und Karl-Heinz Ellinghaus (v. l.) von der OPG Center Parking Osnabrück, Heinz Sasse vom ADAC, Karin Paulsmeyer und Jens Petershöfer (r.) vom NRW-Verkehrsministerium sowie Marco Schlüter von der Hermes Germany GmbH informierten beim IHK-Forum über Trends bei der Mobilität, der City-Logistik und beim Innenstadtparken. Foto: Hans-Jürgen Amtage

Minden (PAM). Auf Kommunen und Wirtschaft kommen bei der Mobilität erhebliche Veränderungen zu. Das zeigt ein Forum der IHK Ostwestfalen. Von der Sperrung der Innenstädte für Pkw bis zur Paketzustellung per Drohne reichen die Perspektiven.

Auf eine vorausschauende Verkehrspolitik unter der Berücksichtigung der Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung in der Region setzt das NRW-Verkehrsministerium. Bei einem Forum der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen (IHK) in Minden zum Thema „Trends: Mobilität, City-Logistik, Innenstadtparken“ betonte am Dienstagabend die Abteilungsleiterin im Verkehrsministerium, Karin Paulsmeyer, dass die strukturellen Unterschiede im Land besondere Bedarfe beförderten. Vor Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden aus dem Mühlenkreis informierten insgesamt vier Verkehrslogistik-Experten über die Herausforderungen für Planer und Kommunen.

Es gebe kein Patentrezept, um diese Herausforderungen bei Straßen- und Bahnverkehren zu bewältigen, erklärte Paulsmeyer. „Nordrhein-Westfalen wächst bis 2030, aber nicht überall und nicht überall gleich.“ Daher gelte es, Teilregionen genau in den Blick zu nehmen und dabei problematische Kostenentwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren. Neue Beteiligungsformen und Förderschwerpunkte seien hier mögliche Wege. Hier gelte es außerdem, breiten Bevölkerungsgruppen Zugang zu den Systemen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu verschaffen.

Für den ländlichen Raum biete sich zudem eine breite Nutzung von Gelegenheits- und Bedarfsverkehren im ÖPNV an, erläuterte Karin Paulsmeyer, die auch auf Veränderungen bei den Transportmitteln einging. So müssten für batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Busse eine notwendige Ladeinfrastruktur geschaffen werden. Die Verkehrsexpertin räumte aber auf Nachfrage auch ein, dass solche Busse deutlich höhere Beschaffungs- und Betriebskosten aufwiesen als die herkömmlichen Fahrzeuge.

Auf einen Ausbau der Bahnstrecke Lübbecke-Rahden-Bassum eingehend, verwiesen Paulsmeyer und ihr Mitarbeiter Jens Petershöfer darauf, dass dieser Streckenausbau im ÖPNV-Bedarfsplan angemeldet sei und geprüft werde. Gleichzeitig betonten die Ministeriumsvertreter, dass das Umsetzen solcher Pläne unter der notwendigen Einbeziehung des Landes Niedersachsen nicht einfach sei.

Wie stark sich die Mobilität, die Transportlogistik und das Parken in den Innenstädten verändern werden, darüber informierten der Vorstand Verkehr und Technik beim ADAC Ostwestfalen-Lippe, Heinz Sasse, Marco Schlüter von der Hermes Germany GmbH und Karl-Heinz Ellinghaus von der OPG Center-Parking in Osnabrück. Besonders in Hinsicht auf die Umwelt und die Reduktion von Kohlendioxid sei davon auszugehen, dass es vermehrt zu Sperrungen von Innenstädten für den Pkw-Verkehr kommen werde.

So sei Nachhaltigkeit bei der Mobilität von besonderer Bedeutung, wenn sie langfristig sicher, umweltfreundlich, bedarfsgerecht und bezahlbar ist. Ein nachhaltiges Verkehrssystem müsse also sowohl sozialen wie auch ökologischen Kriterien gerecht werden, betonten die Referenten. Auch die Verkehrssicherheit sei ein Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie. Ebenfalls seien bei der städtischen Mobilität lokale und globale ökologische Themenfelder miteinander verwoben.

Unter dem Druck von Umwelt und zunehmender Verkehrsbelastung der Städte stehen die Logistiker der Paketzustelldienste. Der Einsatz von Drohnen bei der Paketzustellung und batterieelektrische Zustellfahrzeuge sind daher keine Zukunftsmusik mehr und werden bereits getestet und eingesetzt. Aber auch die Anbieter von Parkeinrichtungen in den Innenstädten stellen sich auf Veränderungen ein.

Modernes Parkraummanagement sei eine vielschichtige Aufgabe, erinnerte Karl-Heinz Ellinghaus. Denn Mobilität verändere sich – und damit auch das Parken. Kundenerwartungen orientierten sich inzwischen an den Möglichkeiten heutiger Kommunikationstechnologien. Trends wie E-Mobilität und Carsharing erforderten innovative Parkkonzepte. Die Herausforderung stecke in der Nutzung neuer Medien und in der Vernetzung von Steuerungstechnologien. Im komplexen Verkehrsnetzwerk der Städte verwandelten sich Parkhäuser immer stärker in Mobilitätszentralen.

Bei dem vom stellvertretenden Vorsitzenden des IHK-Handelsausschusses, Fritz Drabert, moderierten Forum, das die Industrie- und Handelskammer einmal im Jahr veranstaltet, nutzten die Zuhörer intensiv die Möglichkeit der Nachfrage. Wobei vor allem die speziellen örtlichen Situationen im Vordergrund standen.

Link zur Webseite der IHK Ostwestfalen

© Weiterverwendung von Text und Foto nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors Hans-Jürgen Amtage | Pressebüro Amtage

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