Unternehmen aus Minden-Lübbecke zeigen sich innovativ

Landrat Dr. Ralf Niermann, Dr. Henning Vieker und Ulrike Grannemann (v. l.) ließen sich von WAGO-Vertriebsleiter Jürgen Schäfer über Automatisierungstechniken informieren. Foto: PAM

Landrat Dr. Ralf Niermann, Dr. Henning Vieker und Ulrike Grannemann (v. l.) ließen sich vom Mitglied der Wago-Geschäftsleitung und Vertriebsleiter Jürgen Schäfer (2. v. l.) über Automatisierungstechniken informieren. Foto: PAM

Minden/Hannover (PAM). Eine positive Bilanz der Wirtschaftssituation im Kreis Minden-Lübbecke hat Landrat Dr. Ralf Niermann nach dem Besuch verschiedener Unternehmen aus dem Mühlenkreis auf der Hannover Messe gezogen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen dabei auch die Bildungs- und Weiterbildungsangebote.

Manchmal stehlen ein Paar Schuhe der auf der Messe präsentierten, preisgekrönten Innovation aus dem Hochtechnologiebereich die Show. Zumindest für einen Augenblick. Lachend berichten Margrit Harting, generalbevollmächtigte Gesellschafterin, und Dietmar Harting, persönlich haftender Gesellschafter und Vorstand Zukunft und Neue Technologien der Espelkämper Technologiegruppe vom Besuch von US-Präsident Barack Obama auf dem Harting-Messestand. Und Niermann sowie seine Begleiter Ulrike Grannemann (Vorsitzende des Kreis-Ausschusses für Sport, Kultur und Tourismus), Dr. Henning Vieker (Vorsitzender des Kreis-Ausschusses für Strukturförderung)  und der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung, Oliver Gubela, hören aufmerksam zu.

Denn Obama stattete mit Kanzlerin Angela Merkel am Montag in Hannover der Unternehmerfamilie Harting, die einen Abend zuvor den begehrten Innovationspreis Hermes-Award in Empfang genommen hatte, einen Besuch ab. Doch statt über den preisgekrönten Mini-Industrie-Computer MICA zu sprechen, verwies der wohl mächtigste Mann der Welt auf die gelb-weißen Schuhe, die alle Harting-Mitarbeiter auf der Hannover Messe tragen. Was das denn für tolle Schuhe seien, wollte Obama wissen, während Kanzlerin Merkel ergänzte: „Stylische Kombination.“

Doch schnell wurde das Gespräch mit Ralf Niermann wieder ernst. Die USA, in diesem Jahr erstmals Partnerland der Hannover Messe, hätten auch für Harting eine große Bedeutung, unterstreichen Vorstandsvorsitzender Philip Harting und seine Schwester Maresa Harting-Hertz, die als Vorstand Finanzen und Einkauf tätig ist. Schon früh habe sich das Familienunternehmen (567 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr, mehr als 4200 Mitarbeiter weltweit) in den Vereinigten Staaten engagiert. Nachdem sich die Wirtschaft dort wieder stabilisiert habe, entwickelten sich die USA eindeutig zum Wachstumsmarkt für die Zukunft.

Campus Minden erntet großes Lob

Auf die Heimatregion bezogen sehen die Unternehmer die Themen Aus- und Weiterbildung ganz vorne. Dabei wird der deutlich wachsende Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld lobend hervorgehoben. Eine Entwicklung, an der der Kreis Minden-Lübbecke gemeinsam mit engagierten Firmen aus dem Mühlenkreis einen großen Anteil hat.

„Bildung, Weiterbildung, Führungsverantwortung“, sind auch für die Geschäftsführer Sven Hohorst und Jürgen Schäfer der Mindener Wago Kontakttechnik im Gespräch mit der Mühlenkreis-Delegation Schwerpunktthemen. Mit einem Umsatz von rund 720 Millionen Euro und 7200 Mitarbeitern weltweit zählt Wago ebenfalls zu den „Global Playern“.

Hannover Messe 2016

Die mit dem Hermes-Award ausgezeichnete Produktinnovation des Mini-Industrie-Computers MICA aus dem Hause Harting kontrolliert die Technik eines selbstfahrenden Concept-Cars auf Basis eine BMW i8. Foto: PAM

Attraktiv sein und auffallen, seien für die Unternehmen die Gebote der Stunde, wenn es um das Gewinnen von Mitarbeitern gehe, betont Hohorst. Ergänzt durch eine systematische Suche nach Talenten – „sowohl extern als auch intern“. Der Campus Minden decke bei dieser Suche inzwischen einen gewissen Grundbedarf. Kreis-Wirtschaftsförderer Oliver Gubela verweist dabei darauf, dass sich der Campus jetzt auch zum Forschungsstandort entwickele. So fließen aktuell 1,2 Millionen Euro aus dem Topf des NRW-Wissenschaftsministeriums in das Forschungsprojekt „Intelligente Gebäude“.

Würde der ländliche Kreis Minden-Lübbecke und seine Chance als Wirtschaftsregion immer im Vergleich mit den Wirtschaftszentren vor allem in Süddeutschland gesehen, so böte er deutliche Vorteile, sind die beiden großen Unternehmen Harting und Wago überzeugt. Ein eindeutiger Standortvorteil sei, dass im Mühlenkreis noch verhältnismäßig günstig Wohnraum zu bekommen ist, weiß Hohorst aus Mitarbeitergesprächen.

Auf einem ganz anderen Gebiet als der Verbindungstechnik bewegt sich die Bad Oeynhausener Denios AG. Auf Umweltschutz und Sicherheit spezialisiert zeigt sie beispielsweise sichere Abfülltechniken für Gefahrgut auf der Messe. Was dabei alles zu beachten und technisch zu entwickeln ist, zeigte Denios-Mitarbeiter Sascha Mohe der Delegation aus dem Mühlenkreis.

Kleinere Unternehmen ganz vorne mit dabei

Aber nicht nur die Großen stehen auf dem Besuchsprogramm von Ralf Niermann. Neben einem Abstecher zum Technologie-Netzwerk „It’s OWL“, das unter seinem Dach mittelständische Technologieführer und Start Ups aus Ostwestfalen vereint, geht es unter anderem auch zur Lübbecker Daniel-Gruppe. Seit mehr als 30 Jahren ist das Familienunternehmen mit Geschäftsführer Christian Daniel an der Spitze auf die Produktion und Lieferung von Sonder- und Zeichnungsteilen aus unterschiedlichen Werkstoffen spezialisiert. Die Produkte der Lübbecker sind in den Angeboten der Marktführer bei Bodentreppen in Deutschland und Österreich ebenso zu finden, wie in Geldautomaten oder im Porsche Panamera. Geliefert wird weltweit. 120 Mitarbeiter beschäftigt Daniel vor allem in Deutschland und Asien.

Gut im Geschäft sieht sich auch Helmuth Kahl, Geschäftsführer des Mindener Unternehmens Paletti Profilsysteme. „Laufen bei einem Unternehmen die Geschäfte nicht so gut, profitieren wir davon. Dann wird wieder investiert.“.Kahl merkt dieses gerade bei VW. Für die Wolfsburger ist er unter anderem Zulieferer, wenn es um die Fertigung von Laserkabinen von höchstem Anspruch geht. Aber auch mit Blitzschutzkäfigen im Flugzeugbau kann er auf 25 Jahre Erfahrung bei Profilsystemen verweisen. Seine Kundschaft ist nahezu überall auf der Welt vertreten.

Nach dem über fünfstündigen Messebesuch zeigt sich Landrat Ralf Niermann in einem Resümee dann auch begeistert von der Wirtschafts- und Innovationskraft der heimischen Industrieunternehmen. Sie bewiesen eine gewisse Robustheit, um im schwierigen Weltmarkt bestehen zu können. Hinzu komme in vielen Fällen die Struktur als Familienunternehmen, die sich an den Standort Mühlenkreis eng gebunden fühlten. „Darauf können wir stolz sein.“

Website der Hannover Messe

© Pressebüro Hans-Jürgen Amtage, Minden
Veröffentlichung nur mit Genehmigung des Autors

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