„Leuchtturm St. Simeonis“ bringt Licht ins Quartier

Der Kirchturm St. Simeonis wird am Freitag, 23. Dezember, in ein neues Licht gerückt. Denn das Stadtentwicklungsprojekt „Leuchtturm St. Simeonis“ wird eingeweiht. Foto: Sabine Hauptmeier/Stadt Minden

Der Kirchturm St. Simeonis wird am Freitag, 23. Dezember, in ein neues Licht gerückt. Denn das Stadtentwicklungsprojekt „Leuchtturm St. Simeonis“ wird eingeweiht. Foto: Sabine Hauptmeier/Stadt Minden

 

Minden. Der Kirchturm St. Simeonis wird am Freitag, 23. Dezember, in ein neues Licht gerückt. Denn das Stadtentwicklungsprojekt „Leuchtturm St. Simeonis“ wird öffentlich eingeweiht.

Los geht es um 17 Uhr mit einer kurzen ökumenischen Andacht in St. Simeonis durch Superintendent Jürgen Tiemann und Propst am Dom Roland Falkenhahn. Die Gemeinsamkeit von evangelischer und katholischer Kirche soll auch durch die Anstrahlung des Turmes in den liturgischen Farben des Kirchenjahres deutlich werden, dessen Glocke auch für die benachbarte St. Mauritius-Kirche läutet.

Zur Einweihung des Lichtprojektes wird ein buntes Farbspektrum gezeigt. Es soll die kulturelle Vielfalt widerspiegeln. Gleichzeitig werden die Buntglasfenster von St. Simeonis von innen heraus leuchten. Es wird Halt an der Sponsorentafel gemacht und gemeinsam geht der Weg über den „ökumenischen Pfad“ nach St. Mauritius, dessen Westfenster als „Leuchtpunkt“ auf den Pauline-von Mallinckrodt-Platz ausstrahlt. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Mindener Mandolinen- und Gitarrenorchester von 1924.

Weihnachten mit der HörBand

Ulrieke Schulze, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Minden, spricht ein Grußwort und direkt danach sind alle Interessierten zu „Weihnachten mit HörBand“ eingeladen. Das Konzert beginnt um 19 Uhr in St. Simeonis. Der Eintritt ist frei. Finanziell unterstützt werden die Projekte „Leuchtturm St. Simeonis und „Leuchtpunkt St. Mauritius“ vom Verfügungsfonds der Stadt Minden. Das Vergabegremium setzt sich aus Vertretern von Politik, Handel und Wirtschaft zusammen. Für die konkrete Umsetzung konnten weitere Sponsoren wie die Sparkasse Minden-Lübbecke, die Dr. Strothmann Stiftung und die J.C.C. Bruns Betriebs-GmbH gewonnen werden.

Die topografische Lage der Stadt an der Weser mit ihren Stadteingängen und die Stadtsilhouette mit ihren Kirchtürmen spielen eine wesentliche Rolle in dem Konzept „Licht in die Stadt“. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, mit Licht ein Wahrzeichen zu schaffen und zur Identifikation der Mindener Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt beizutragen. „Das Leuchtturm-Projekt soll auch eine Stärkung der Oberen Altstadt sein und zu einer Aufwertung des Simeonsquartiers beitragen“, verdeutlicht Sabine Hauptmeier, Projektentwicklerin bei der Stadt Minden, die diesen Prozess initiierte und begleitete.

Dass sich im Quartier viel Positives bewegt, hebt auch der Bau-Beigeordnete Lars Bursian hervor. Ein Bild davon konnten sich die Teilnehmer des Netzwerks Innenstadt NRW bei einer Exkursion im Sommer machen. Im direkten Umfeld wurde das „Weltbild“ an die Giebelwand des Caritas-Gebäudes angebracht und die „Pilgerherberge“ im ehemaligen Pfarrhaus ist angelaufen. „Das Projekt Leuchtturm St. Simeonis wird über das Quartier hinaus Strahlkraft nach außen für die Besucherinnen und Besucher Mindens haben“, ist Bürgermeister Michael Jäcke überzeugt.

Seit 2003 ist St. Simeonis eine „Offene Kirche“ ohne eigene Gemeinde und feste Pfarrstelle. 2010 wurde der Förderverein gegründet. Unter dem Motto „In Minden – für Minden“ ist St. Simeonis heute Raum der Stille und kulturelles Zentrum zugleich. In direkter Nachbarschaft zur katholischen St. Mauritius-Kirche, der Wärmestube der Caritas und dem Eine-Welt-Dorf und Schule bildet die Kirche ein wichtiges Zentrum für Begegnung in der Oberen Altstadt Mindens.

Hintergrund des Projektes

„Licht im öffentlichen Raum“ war ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt. Für die Stadt Minden hatte sich Sabine Hauptmeier an dem Wettbewerb des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport im Jahr 2001 beteiligt und von 55 Städten die Fachjury mit ihrem Konzept überzeugen können. Minden erhielt neben 13 weiteren Städten für das Lichtprojekt eine Förderung für die Realisierung des ersten Projektes: der neue Eingang zur historischen Stadt voller Leben von der Glacisbrücke bis zum Markt. Das Lichtkonzept für Minden orientiert sich an der vorhandenen spezifischen städtebaulichen Situation: die topografische Lage der Stadt an der Weser und die Stadtsilhouette mit ihren Kirchtürmen.

Erste Schritte dieses Konzepts wurden in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt. So werden seit 2004 die Marienkirche mit hellen Strahlern und die Glacisbrücke seit 2006 zusätzlich mit einem blauen Lichtband beleuchtet. In der Tonhallenstraße wurden blaue Leuchtsteine installiert. Weitere private Initiativen, wie beispielsweise die blaue Beleuchtung der Schiffmühle, die das damalige Vorstandsmitglied des Vereins Schiffmühle, Hans-Jürgen Amtage, mit Unterstützung der Sparda-Bank-Stiftung initiierte, oder die Anstrahlung historischer und moderner Gebäude, lassen die Stadt Minden in der Dunkelheit besonders leuchten. 2009 wurden im Mittelpunkt der oberen Altstadt zum 1000-jährigen Jubiläum der Ratskirche St. Martini um das Gebäude helle Leuchten installiert, die es in den Abendstunden wirkungsvoll in Szene setzen.

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