Kreis Minden-Lübbecke beschließt Abfallwirtschaftskonzept

Minden-Lübbecke. Eine bürgerfreundliche Entsorgung und bezahlbare Gebühren – das sind die zentralen Ziele des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes, das der Kreistag Minden-Lübbecke in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen hat. Zuvor war das Konzept intensiv in den Kreisgremien und in der Verwaltungsgruppe Abfall – einem Zusammenschluss der kommunalen Fachleute der Entsorgungswirtschaft – vorberaten worden. Darüber hinaus stellt das Konzept sicher, dass die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. Zugestimmt haben auch die Räte in den Städten und Gemeinden, soweit sie selbst zuständig sind. Jetzt werden die beschlossenen Ziele nach und nach konkretisiert und umgesetzt, teilt der Kreis Minden-Lübbecke in einer Presseerklärung mit.

Zu den Zielen gehört im Einzelnen, dass die Bürgerinnen und Bürger im ersten Schritt schon bei der Vermeidung von Abfall besser beraten werden sollen, hier wird auch die Verbraucherzentrale aktiv einbezogen.

Das Abfallgesetz sieht vor, dass Wertstoffe aussortiert und möglichst wiederverwertet werden sollen, um wichtige Rohstoffe zu sichern. Hierzu dient die Einführung einer Wertstofftonne, die die Wertstoffe aus der Restmülltonne und die Stoffe aus den gelben Säcken zusammen aufnimmt. Diesen Vorschlag unterstützt auch die Stadt Porta Westfalica, die zuvor als einzige Kommune gegen eine Einführung zum 1. Januar 2016 gestimmt hatte. Die Wertstofftonne könnte also in drei Jahren eingeführt werden.

Der Kreis Minden Minden-Lübbecke hat sein Abfallwirtschaftskonzept beschlossen. Grafik: Kreis Minden-Lübbecke

Der Kreis Minden Minden-Lübbecke hat sein Abfallwirtschaftskonzept beschlossen. Grafik: Kreis Minden-Lübbecke

Auch der Umgang mit Alttextilien wird durch das Konzept geregelt: Sie werden derzeit von zugelassenen oder geduldeten gemeinnützigen und gewerblichen Sammlern gesammelt, aber auch illegale Sammler sind in diesem Bereich aktiv. Hier soll ein flächendeckendes kommunales System erarbeitet werden, bei dem die gemeinnützigen Sammler mit einbezogen werden sollen. Aktuell befasst sich bereits eine Arbeitsgruppe mit der konkreten Konzeption.

Darüber hinaus soll ein kreisweites Sperrmüllsammelkonzept entwickelt werden, das dann mit den kommunalen und privatwirtschaftlichen Entsorgern umgesetzt werden soll. So wird für eine weitere Auslastung der Abfallanlagen des Kreises gesorgt, so dass diese wirtschaftlich betrieben und mit den Abfällen bestückt werden, für die sie gebaut wurden.

Kreisweit sollen Wertstoffhöfe neu errichtet werden, um so den Bürgerinnen und Bürgern eine ortsnahe Entsorgung zu ermöglichen. Bestehende Wertstoffhöfe sollen ausgebaut werden. In Zuge dessen soll es auch besser möglich werden, Grünschnitt aus privaten Gärten und kommunalen Flächen wie Straßen und Parks zu erfassen. Hier steht der Klimaschutz-Gedanke im Vordergrund: Grünschnitt könnte im Sinne der Erneuerbaren Energien die Nutzung fossiler Energie zu Teilen ersetzen.

Mit dem Konzept soll auch die kreisweite Einführung einer Pflichtrestmülltonne – wie sie die Gewerbeabfall-Verordnung vorsieht – verbessert werden. Städte und Gemeinden oder beauftragte Firmen werden entsprechend den Abfallgesetzen verpflichtet, alle Abfälle aus Haushaltungen auch tatsächlich den Kreisanlagen zuzuführen.

Immer wieder wurde in den vergangenen 30 Jahren die Entsorgung von Abfällen im Kreis den rechtlichen Erfordernissen und den umweltpolitischen Zielen des Kreises angepasst. Der Kreis hat im Laufe der Zeit in moderne Abfallanlagen über 100 Millionen Euro investiert. Umweltdezernent Jürgen Striet: „Unsere Anlagen wurden für alle sogenannten andienungspflichtigen Abfälle der Bürgerinnen und Bürger sowie auf Wunsch der Betriebe konzipiert. Damit die Gebühren zukünftig gesenkt oder zumindest stabilisiert werden, sollen diese Abfälle jetzt durch das neue Abfallwirtschaftskonzept auch in den Kreisanlagen sortiert, verwertet und als nicht-verwertbare Reste im Entsorgungszentrum der Kreises Minden-Lübbecke, Pohlsche Heide in Hille, abgelagert werden.“

Die zahlreichen aktuell beschlossenen Maßnahmen werden schrittweise umgesetzt. „Uns ist klar, dass Veränderungen immer auch auf Widerstände stoßen werden“, so Striet. „Aber der Kreis ist in der Pflicht, bezahlbare Gebühren sicherzustellen. Und dies wollen wir mit den beschlossenen Optimierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen auch in Zukunft umsetzen.“

Das Abfallwirtschaftskonzept des Kreises Minden-Lübbecke steht auch im Internet als PDF zum Download.

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