Kleiderkammer „Hope“ für Flüchtlinge in ehemaligem Supermarkt eröffnet

Das Experiment, Bürgermeister Michael Jäcke einzukleiden, gestaltete sich für die Helferinnen und Helfer als schwierig, da er groß und schlank ist. Foto: Stadt Minden, Sewin Aro

Das Experiment, Bürgermeister Michael Jäcke einzukleiden, gestaltete sich für die Helferinnen und Helfer als schwierig, da er groß und schlank ist. Foto: Stadt Minden, Sewin Aro

Minden. Rund zweieinhalb Monate nach der Anmietung eines leerstehenden Supermarktes durch die Stadt Minden haben sich am gestrigen Montagnachmittag (18. Januar) die Türen der ausschließlich ehrenamtlich betriebenen Kleiderkammer „Hope“ in Rodenbeck geöffnet. Asylsuchende und Asylbewerber/innen können ab sofort in der Einrichtung am Schwabenring 4 kostenlos Kleidung und Spielzeug erhalten. „Hope“ hat Montag bis Freitag jeweils von 15.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten können Bürgerinnen und Bürger auch gebrauchte, saubere Kleidung abgeben.

Bereits am vergangenen Freitag (15. Januar) konnten Initiatoren und geladene Gäste, darunter Bürgermeister Michael Jäcke, die neue Einrichtung in Augenschein nehmen und auf das Projekt anstoßen. „Für die Stadt ist das Hope Gold wert“, lobte der Bürgermeister in seinem kurzen Grußwort. Er wünschte den Ehrenamtlichen, die Mitte November damit begonnen haben, die Kleiderkammer einzurichten, viel Erfolg und „einen langen Atem“. Zuvor ließ er sich in einem Versuch einkleiden, was sich als nicht so einfach herausstellte. Denn: Michael Jäcke ist groß und schlank. In dieser Konfektionsgröße gab es nur wenig Auswahl.

Rund 170 Frauen, Männer – darunter auch einige Flüchtlinge – engagieren sich insgesamt aktuell für die Kleiderkammer. Die beiden Initiatoren, Elke Bikowski und Volker Höltkemeier, erinnerten im offiziellen Teil an die Aufbauphase und dankten allen, die mitgeholfen haben, diese Einrichtung „an den Start“ zu bringen. „Anfang November haben wir als kleine Gruppe mit der Arbeit begonnen“, berichtet Höltkemeier. Bereits Mitte November hatten die Initiatoren schon 60 Freiwillige in ihrer Liste. „Seitdem haben wir – mit Ausnahme der Weihnachtszeit – jeden Wochentag von 15 bis 18 Uhr gearbeitet.“ Unter anderem wurden Kleiderständer beschafft, Sortiertische und 50 Meter Regale aufgebaut. Auch wurden Umkleidekabinen aufgestellt, gespendete Kleidung entgegengenommen, sortiert und nicht Brauchbares entsorgt. Großspenden von einer Bekleidungskette mit Filialen in Minden und einem Mindener Bekleidungshaus wurden dankbar angenommen.

Zu den Öffnungszeiten werden laut Höltkemeier regelmäßig etwa 15 bis 20 Helfer/innen anwesend sein. Die Flüchtlinge werden an einem Tresen begrüßt und gefragt, welche Kleidungsstücke sie benötigen. Dann suchen die Helfer/innen nach geeigneten Stücken, aus denen die Gäste Passendes aussuchen können. Anprobieren ist in einer der drei Umkleidekabinen auch möglich. „Bei uns bekommt niemand zwei Winterjacken oder ein weiteres Paar Winterschuhe, wenn er bereits Entsprechendes hat“, erklärt Höltkemeier die von den Ehrenamtlichen formulierten Regeln, die in einer Hausordnung zusammengefasst und in mehreren Sprachen übersetzt sind. „Wir begegnen unseren Gästen auf Augenhöhe und geben den Menschen so viel Zeit, bis sie das passende Kleidungsstück gefunden haben“, so Höltkemeier weiter.

Eine Bescheinigung über die Bedürftigkeit muss nicht vorgelegt werden. Es werden alle Menschen unterstützt, die das Nötigste brauchen. Pro Öffnungs-Nachmittag können etwa 20 Menschen mit Kleidung versorgt werden. Wartezeiten können bei einem Kaffee oder Tee überbrückt werden. Neben Kleidung sind auch Spielsachen, Möbel (eingeschränkt), Fahrräder und Haushaltsgegenstände im Angebot. Gesucht werden dringend Hosen, Pullover, Jacken sowie Sport- und Winterschuhe in kleinen Männergrößen (S und M) beziehungsweise in Schuhgrößen von 40 bis 43.

Die Stadt Minden hat das Gebäude im November 2015 von der EDEKA Minden-Hannover angemietet. Das Unternehmen stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Die Anregung für die Kleiderkammer an dieser Stelle kam von der Koordinatorin der Flüchtlingsunterstützung, Sewin Aro, und von Guido Niemeyer, Stadtteilmanager in Rodenbeck.

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