Großes Engagement für Flüchtlinge in Minden

Das Engagement für die 135 Flüchtlinge in der Käthe-Sporthalle ist groß. Foto: Stadt Minden

Das Engagement für die 135 Flüchtlinge in der Käthe-Sporthalle ist groß. Foto: Stadt Minden

Minden. Tag eins nach der Ankunft der 135 Flüchtlinge in der Notunterkunft Minden: Nach einer ruhigen Nacht gab es am Morgen und Vormittag einiges für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Minden in Minden-Häverstädt zu regeln und zu erledigen. So sind mehrere Flüchtlinge und/oder ihre Kinder krank. Sie wurden noch am Vormittag zu medizinischen Untersuchungen und zu Ärzten gefahren – immer in Begleitung einer Dolmetscherin und eines Dolmetschers, da fast keiner der angekommenen Asylsuchenden Deutsch spricht. Auch gab es am Morgen Fragen zu den ausgeteilten Lebensmitteln. Nun wird zu jeder Mahlzeit, die die Mensa der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule liefert, der Speisezettel in sechs Sprachen übersetzt. Ein Team von ehrenamtlich tätigen Mindenern mit Sprachkenntnissen – fast alle selbst mit Migrationshintergrund – hat in diesen Stunden alle Hände voll zu tun.

Erster Beigeordneter Peter Kienzle, der am Montagabend bei der Ankunft des ersten Busses dabei war, ist begeistert von der Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, die sich teilweise auch ganz spontan gemeldet haben. „Ich bin beeindruckt und freue mich sehr über dieses Engagement“, so Kienzle. Aber nicht nur die freiwilligen Helfer tragen ihren Teil dazu bei, dass der Betrieb nahezu reibungslos läuft, sondern auch zahlreiche Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die vorübergehend Quartier in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Realschule bezogen haben, die Ansprechpartner für die Flüchtlinge sind oder sich auch um Dinge kümmern, die beschafft werden müssen, wie Handtücher und Waschlappen, Büromaterial, Babyausstattung oder Kindersitze. Hier und da sind Mitarbeiter des Betriebshofes oder der städtischen Gebäudewirtschaft am Wirken, um Mülleiner zu leeren, kleinere Reparaturen auszuführen oder Fragen der Technik zu klären .

Im Forum des seit Januar 2015 leerstehenden Schulgebäudes sortieren derweil freiwillige Helfer Berge von Kleiderspenden und Spielsachen, die in den vergangenen Tagen beim DRK abgegeben wurden. Fast ein ganzer Lastwagen voll ist nach Aussage von Oliver Kreft, Kreisverbandsarzt, bereits an Sachspenden zusammengekommen. Jeden Nachmittag ab 14 Uhr haben die Flüchtlinge nun die Möglichkeit, sich Kleidung aus den hohen Stapeln auszusuchen.

Emsig laufen weitere Helfer zwischen Speisezelt, Schulgebäude und Sporthalle hin und her. Bis Dienstagnachmittag soll auch ein Spielzimmer für Kinder eingerichtet sein. Rund 40 Kinder und Jugendliche waren unter den Flüchtlingen. Für diese gibt es nun jeden Nachmittag eine Betreuung und Spiele. Diese Aufgabe hat der Leiter des Jugendhauses Geschwister Scholl, Heiko Horstmeyer, übernommen. Auch eines der beiden Spielmobile, die vom Freizeitmitarbeiterclub betrieben werden, soll gelegentlich nach Häverstädt auf das Schulgelände kommen. „Wir möchten, dass die Flüchtlinge nach teilweise strapaziösen Wochen hier in Ruhe ankommen können“, so Erster Beigeordneter Peter Kienzle.

„Mein großer Dank geht an alle, die an der Vorbereitung der Unterkunft beteiligt waren, aber auch an diejenigen, die sich hier vor Ort jetzt, in den nächsten Tagen und möglicherweise Wochen engagieren“, so Kienzle. Neben den ehrenamtlichen DRK-Helfern, die sich noch bis zum kommenden Sonntag um die Betreuung kümmern, nennt er die Feuerwehr Minden, die 24 Stunden eine Brandsicherheitswache mit ehrenamtlichen Kräften stellt, aber auch die Polizei sowie die zahlreichen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Städtischen Betriebe. Der Stadt Minden blieben nur wenige Tage, die Dreifach-Sporthalle in Häverstädt zu einer Notunterkunft herzurichten.

Die jetzt angekommenen Flüchtlinge sollen nach derzeitigem Informationsstand innerhalb von 48 Stunden von der Bezirksregierung Arnsberg an andere Kommunen weitervermittelt werden. Danach kommen neue. Bis zu 150 Asylsuchende können in der Notunterkunft aufgenommen werden.

Die am Montag aufgenommenen Asylsuchenden stammen aus zwölf unterschiedlichen Ländern. Viele kommen aus dem Nahen Osten (Afghanistan, Syrien, Pakistan, Irak und Iran) und den Balkanstaaten wie Albanien, Armenien oder Serbien. Einzelne Personen kommen auch aus Georgien, Somalia, Indien oder Bangladesch.

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