Große Schäden nach Unwetter in Minden

Baupolizeilich gesperrt wurde dieses Haus in Minden-Meißen. Die Bewohner dürfen hierher vorerst nicht zurückkehren, weil Einsturzgefahr besteht. Foto: Berufsfeuerwehr Minden

Baupolizeilich gesperrt wurde dieses Haus in Minden-Meißen. Die Bewohner dürfen hierher vorerst nicht zurückkehren, weil Einsturzgefahr besteht. Foto: Berufsfeuerwehr Minden

Minden. Ein extremes Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel ist am Sonntagabend, 22. Mai, zwischen 19.30 und 20.30 Uhr über den Kreis Minden-Lübbecke gezogen und hat auch im Mindener Stadtgebiet zahlreiche Schäden angerichtet sowie die Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr über mehrere Stunden intensiv gefordert.

Das hohe Hinweisaufkommen der Bevölkerung brachte den Notruf zeitweise an seine Belastungsgrenze, teilte der Kreis Minden-Lübbecke am Montagnachmittag in einer Presseerklärung mit. Vor allem der Stadtbezirk Meißen im Südosten und einige Häuser im Bereich der „Grille“ waren durch das Unwetter besonders betroffen. In Meißen wurden vermutlich durch einen Tornado Dächer abgedeckt und Bäume umgestürzt. Äste und Dachpfannen fielen auf Straßen und Gehwege, Autos und Anbauten. Regenmassen drückten durch geschlossene Fenster. Im Bereich B 65 und B 482 stürzten diverse Bäume um, so dass der Verkehr zum Erliegen kam und die B 65 in Fahrtrichtung Bückeburg für rund eine Stunde von der Polizei gesperrt werden musste.

Unwetter führt zu wetterbedingtem Ausnahmezustand

Von der Feuerwehr Minden wurde der wetterbedingte Ausnahmezustand ausgerufen (Aufhebung der Alarm- und Ausrückordnung, Bildung einer stabsmäßigen Einsatzleitung). Auch wurde Vollalarm für sämtliche Einheiten der freiwilligen Feuerwehr ausgelöst.

Aufgrund des Einsatzschwerpunktes wurden im Bereich Meißen drei Unterabschnitte gebildet. Sämtliche Einsatzstellen – insgesamt waren dieses 86 – wurden durch die Feuerwehr Minden bedient. Kreisweit waren es mehr als 170 Einsatzstellen. Bis zu 280 Feuerwehrleute waren in Minden, Porta Westfalica, Bad Oeynhausen, Espelkamp und Petershagen bis 1 Uhr nachts im Einsatz. In den Morgenstunden des Montags kamen bis zum Mittag noch mehrere Einsätze hinzu. Vor allem mussten auf Straßen gestürzte Bäume und Äste zersägt und beseitigt werden, Keller ausgepumpt und stark beschädigte Häuser mit Bauzäunen abgesichert werden.

Menschen wurden nicht verletzt, mehrere Bewohner mussten aber ihre Häuser verlassen. Sie kamen zunächst bei Nachbarn oder Verwandten unter. Eine Familie aus einem Haus an der Grille/Viktoriastraße, wo ein Baum auf das Dach gestürzt war, musste ebenfalls evakuiert werden. Insgesamt waren laut Kreispolizeibehörde 33 Personen in Minden betroffen. Auch einige Haustiere mussten evakuiert werden, die auf Veranlassung der städtischen Ordnungsbehörde vorübergehend im Tierheim untergebracht wurden. Alle sind inzwischen wieder bei ihren Besitzern.

Die von starken Schäden betroffenen Häuser wurden am Montagvormittag von einem Mitarbeiter der Unteren Bauordnungsbehörde bei der Stadt Minden in Augenschein genommen. Danach sind ein Haus in Minden-Meißen und ein Einfamilienhaus im Bereich der Grille vorerst unbewohnbar und sind baupolizeilich gesperrt. Diese dürfen – außer von befugten Sachverständigen – nicht betreten werden. Alle Übrigen können nach Reparaturarbeiten wieder bezogen werden. Dachdeckerbetriebe sind bereits dabei, Schäden zu beseitigen und Häuser abzusichern.

In den Städten Bad Oeynhausen, Espelkamp, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen wurden ebenfalls einige unwetterbedingte Einsätze gemeldet. Insgesamt waren in Porta Westfalica 78 Einsätze abzuarbeiten. Auch hier wurde ein Stab in der Feuer- und Rettungswache in Porta Westfalica gebildet. Im Vergleich zu den Ereignissen in Minden-Meißen war die Lage im restlichen Kreisgebiet mit überschwemmten Straßen und umgestürzten Bäume jedoch weniger schwerwiegend.

Nach ersten Schätzungen der Polizei dürften die Schäden, die das Unwetter im Mühlenkreis angerichtet hat, im oberen sechsstelligen Bereich liegen.

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