Countdown zum Europäischen Stationenweg in Minden läuft

Gemeinsam mit Beschäftigten der Diakonischen Werkstätten Minden enthüllten Bürgermeister Michael Jäcke, Superintendent Jürgen Tiemann und Pfarrer Thomas Lunkenheimer das Stationenweg-Tor am Fuß der Martinitreppe. Foto: Carola Mackenbrock

Gemeinsam mit Beschäftigten der Diakonischen Werkstätten Minden enthüllten Bürgermeister Michael Jäcke, Superintendent Jürgen Tiemann und Pfarrer Thomas Lunkenheimer das Stationenweg-Tor am Fuß der Martinitreppe. Foto: Carola Mackenbrock

Minden. Seit dem 3. November ist der Stationenweg-Truck von Genf aus unterwegs, am 25. November trifft er in Minden ein.

Am vergangenen Freitag stellten Beschäftigte der Diakonischen Werkstätten Minden am Fuß der Martinitreppe ein dreimal drei Meter großes Tor auf. Dem Konzept der EKD (Evangelische Kirche Deutschlands) für den Europäischen Stationenweg gemäß macht das Tor in den zwei Wochen vor dem Eintreffen des Trucks aufmerksam auf die großen Dinge, die da kommen sollen.

Der Countdown läuft also und bis es so weit ist, haben Passanten Gelegenheit, sich mit dem Tor auseinander zu setzen und auf das Veranstaltungswochenende einzustimmen.

Motto in Minden: Nicht ohne dich

Die Geschichte des Tors ist spannend, was daran befestigt ist, auch. Am Europäischen Stationenweg, den die EKD anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation initiiert hat, beteiligen sich insgesamt 68 Städte in 19 Ländern. Für die Teilnahme am Stationenweg gibt sich jede Stadt ein eigenes Motto. In Minden lautet es „Nicht ohne dich“, bezieht sich also auf das Thema Inklusion. So entstand die Idee, die Herstellung und Gestaltung des Tors den Beschäftigten der Diakonischen Werkstätten zu überlassen.

Die Herstellung des Tors übernahm die zu den Werkstätten gehörige Tischlerei. Die Gestaltung geschah in einem Kunst-Workshop unter der Leitung von Annette Freymuth von der Künstlergruppe Regenbogen e. V. und Tania Smolka.

In einem Kurs mit Pfarrer Thomas Lunkenheimer, dem Theologischen Vorstand der Diakonie Stiftung Salem, informierten sich im Sommer Beschäftigte der Werkstätten über Martin Luther. Weiterhin gingen sie der Frage nach, was Luther vielleicht heute fordern würde. In dem Kunstworkshop formulierten sie dann ihre persönlichen Thesen zum Thema Integration. Diese Thesen wurden in unterschiedlichen Techniken auf verschiedene Holzuntergründe gebracht und schließlich an das Tor angeschlagen. Mit ihren Thesen fordern die Beschäftigten der Werkstätten beispielsweise „Barrierefreiheit für ganz Minden“, „Jeder Mensch soll Arbeit haben, die ihm gefällt“, „Du sollst nicht töten“ und „Keiner soll hungern“.

Bürgermeister Jäcke betont Bedeutung des Stationenweges

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kunstworkshops enthüllten nun am Freitagnachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Michael Jäcke, Superintendent Jürgen Tiemann und dem Theologischen Vorstand der Diakonie Stiftung Salem, Pfarrer Thomas Lunkenheimer, das Tor. In ihren Grußworten machten Jäcke, Tiemann und Lunkenheimer zuvor deutlich, welche Bedeutung das Tor und der Stationenweg für Minden haben.

Bürgermeister Jäcke betonte, wie stolz man in Minden darauf sein könne, die einzige Stadt in der Evangelischen Landeskirche von Westfalen zu sein, die am Stationenweg beteiligt sei. Zudem sei Minden wegen der Beteiligung am Stationenweg von der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa zur Reformationstadt Europas ernannt worden. Das Motto „Nicht ohne dich!“ passe ausgezeichnet zu einer Stadt der Vielfalt wie Minden, in der aktuell mehr als 9.000 Menschen aus rund 120 Nationen mit etwa 74.000 Menschen deutscher Staatsbürgerschaft zusammenleben.

Superintendent Tiemann hob hervor, wie wichtig es in heutiger Zeit sei, nach Toleranz, Integration und Inklusion zu streben. Ursprünglich sei von der EKD vorgesehen worden, das Stationenweg-Tor in allen 68 Städten gleich aussehen zu lassen. Er sei froh, dass Minden sich ebenso wie etliche andere Städte für eine eigene Produktion entschieden habe, und beeindruckt von dem Ergebnis.

Pfarrer Lunkenheimer berichtete vom Entstehungsprozess und schlug in seinen Ausführungen den Bogen von der Tür, an die Luther seine Thesen angenagelt hat, zum jetzt in Minden aufgestellten Tor. An eine geschlossene Tür könne im Grunde jeder etwas nageln. Das Stationenweg-Tor der Diakonischen Werkstätten symbolisiere, wie wichtig es in unserer Gesellschaft sei, Türen zu öffnen und damit den Weg zu bereiten zum Miteinander, zu Integration und Inklusion.

Der Europäische Stationenweg im Überblick

  • Beim Stationenweg handelt es sich um ein Projekt der EKD (Evangelische Kirche Deutschlands). Ziel ist es, europaweit ein Band zwischen Städten zu knüpfen, die von besonderer Bedeutung für die Reformation waren und sind.
  • Anfang November startete ein großer Truck in Genf. Er fährt über Stationen wie London, Dublin, Riga – und Minden – bis nach Wittenberg. Als „Geschichten-Mobil“ sammelt der Truck in allen 68 Städten Geschichten rund um das Thema Reformation und bringt diese schließlich zur „Weltausstellung Reformation“, die am 20. Mai 2017 in der Lutherstadt Wittenberg beginnt.
  • In Minden macht das Geschichten-Mobil Halt am Wochenende 25. bis 27. November auf dem Martinikirchhof. Das ganze Wochenende gibt es ein vielseitiges Programm u. a. mit Konzerten, Poetry Slam und einem „Luther-Dorf“ vor St. Martini. Auch um das Wochenende herum sind in Minden zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Reformation geplant. Die Programmbroschüre steht zum Download bereit unter http://diakonie-stiftung-salem.de/index.php/europaeischer-stationenweg.
  • Jeweils zwei Wochen vor dem Eintreffen des Stationenweg-Trucks wird in allen beteiligten Städten an markanter Stelle in der Stadt ein großes Tor aufgestellt. Es soll neugierig machen auf das Eintreffen des Stationenweg-Trucks zwei Wochen später. Zugleich steht das Tor symbolisch für den Aufbruch und Neuanfang, den die Reformation bedeutete.
  • Während am Freitag in Minden das Tor aufgestellt wurde, war der Truck auf dem Weg von Neuchatel nach Basel. Bis zum  Eintreffen in Minden wird der Truck noch Station machen in Villach, Graz, Wien, Prag und Osnabrück.

Website des Kirchenkreises Minden

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