Minden nimmt 150 Asylsuchende in Käthe-Sporthalle auf

Die Stadt Minden reagiert auf eine Bitte der Bezirksregierung und nimmt kurzfristig 150 Asylsuchende auf. Foto: Minden-kommunal

Die Stadt Minden reagiert auf eine Bitte der Bezirksregierung und nimmt kurzfristig 150 Asylsuchende auf. Foto: Minden-kommunal

Minden/Detmold. Die Bezirksregierung Detmold hat die Stadt Minden am vergangenen Mittwoch gebeten, kurzfristig eine Notunterkunft für Menschen einzurichten, die in der Bundesrepublik Asyl suchen. Die Stadt Minden kommt dem Amtshilfeersuchen nach und schafft Unterbringungsplätze für 150 Personen in der Sporthalle der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Realschule in Häverstädt. Das teilten die Stadt und die Bezirksregierung am Donnerstagnachmittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Der Betrieb soll am Montag, 27. Juli, beginnen.

Die Sporthalle liegt direkt am ehemaligen Schulgebäude und kann laut Stadtverwaltung ohne umfangreiche Umbauten als Notunterkunft genutzt werden. Die zügige Verfügbarkeit war ausschlaggebender Grund für die Stadt Minden, das Gebäude auszuwählen. Die Nutzungsdauer der Notunterkunft hängt von der Zahl der neu ankommenden Asylsuchenden und der Auslastung bestehender Unterkünfte ab.

Die Betreuung der in Häverstädt untergebrachten Menschen übernimmt zunächst das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Kreisverband Minden, und wird in der Folge abgelöst durch Kräfte der Johanniter Unfallhilfe Bad Oeynhausen. Die Hilfsorganisationen leisten die sanitätsdienstliche Versorgung und übernehmen die Betreuung der Flüchtlinge.

Anliegen von Bezirksregierung und Stadt Minden ist es, den ankommenden Flüchtlingen schnell und effektiv eine Unterkunft zu geben und Fürsorge zu gewähren, heißt es in der Presseerklärung weiter. Um das zu gewährleisten, hatte die Bezirksregierung am Mittwoch, 22. Juli, die Stadt Minden um Amtshilfe ersucht. Die Stadt ist dem Ersuchen nachgekommen und übernimmt nun eigenverantwortlich den Aufbau und den Betrieb der Notunterkunft.

Hintergrund

Das NRW-Innenministerium hatte aufgrund der sehr angespannten Lage im Hinblick auf die immer weiter steigenden Flüchtlingszahlen alle Bezirksregierungen in NRW gebeten, kurzfristig Notunterkünfte in den jeweiligen Regierungsbezirken zur Verfügung zu stellen. Im Zuge dessen sind zunächst die kreisfreien Städte und nun die großen kreisangehörigen Städte in Nordrhein-Westfalen um Hilfe gebeten worden.

Die Detmolder Bezirksregierung ist zuständig für die Einrichtung und Koordination von Notunterkünften in Ostwestfalen-Lippe. Federführend für die Zuweisung der Flüchtlinge in NRW ist die Bezirksregierung Arnsberg.

Die Art der Unterkünfte unterteilt sich in Landeseinrichtungen und Einrichtungen der Kommunen. Das Land NRW betreibt die sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen in Bielefeld und Dortmund sowie die Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE). Die heimischen ZUE gibt es in Borgentreich, Bad Driburg, Detmold und Oerlinghausen.

Außerdem werden sogenannte Notunterkünfte zur vorübergehenden Aufnahme von Asylsuchenden eingerichtet. Notunterkünfte in OWL gibt es bereits in Paderborn, Bad Salzuflen und Hövelhof-Staumühle. In Vorbereitung sind außerdem Notunterkünfte in Horn Bad Meinberg und Gütersloh.

Die Asylsuchenden werden in den Erstaufnahmeeinrichtungen registriert, medizinisch untersucht und stellen dort ihren Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Notunterkunft reisen die Flüchtlinge weiter zu einer ZUE. Dort bleiben sie in der Regel drei Monate. Anschließend werden sie von den Einrichtungen der Kommunen in Ostwestfalen-Lippe aufgekommen.

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