Arbeitgeber in Minden-Lübbecke zeigen breite Zufriedenheit

Die heimische Wirtschaft blickt auf eine positive Entwicklung. Die Vorstandsmitglieder des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke, Patrick Jacob, Sven Hohorst (v. l.) und AGV-Geschäftsführer André M. Fechner stellen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage vor. Foto: Pressebüro Amtage

Die heimische Wirtschaft blickt auf eine positive Entwicklung. Die Vorstandsmitglieder des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke, Patrick Jacob, Sven Hohorst (v. l.) und AGV-Geschäftsführer André M. Fechner stellen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage vor. Foto: Pressebüro Amtage

Minden (MiX). Vor dem Hintergrund einer sehr positiven wirtschaftlichen Grundstimmung machen sich die Unternehmen im Mühlenkreis weiter fit für die Arbeitswelt 4.0.

„Weiterhin breite Zufriedenheit.“ Das vermeldete am Dienstag (9. Januar 2018) der Arbeitgeberverband Minden-Lübbecke (AGV) bei der Vorstellung der Ergebnisse der aktuellen Umfrage zur Wirtschaftslage bei den 166 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt mehr als 27.500 Beschäftigten und etwa 1700 Auszubildenden. 40 Prozent dieser Betriebe mit fast 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen vom Verband repräsentierten Branchen nahmen an der Befragung teil. Davon bezeichneten 74 Prozent (Vorjahr 49 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 25 Prozent als befriedigend und nur ein Prozent als schlecht.

Arbeitgeber blicken positiv in das Jahr 2018

Dabei wird auch die wirtschaftliche Entwicklung im gerade begonnenen Jahr positiv gesehen. 35 Prozent der Unternehmen erwarten wie im Vorjahr sogar eine besser werdende Entwicklung, 62 Prozent (Vorjahr 54) gehen von einer gleichbleibenden Situation aus, drei Prozent (11) rechnen damit, dass die Entwicklung schlechter wird.

Doch die positive Stimmung wird durch einen großen Wermutstropfen getrübt. „Das Problem Fachkräftemangel wird zur größten Zukunftsherausforderung für die heimische Wirtschaft“, betonte AGV-Vorsitzender Sven Hohorst (Wago), der gemeinsam mit Vorstandsmitglied Patrick Jacob (Fr. Jacob Söhne) und AGV-Geschäftsführer André M. Fechner die Umfrageergebnisse erläuterte. Denn 72 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage „Haben Sie aktuell Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen?“ mit „Ja“.

„Der Engpass an Fachkräften wirkt als Wachstumsbremse“, erklärte Hohorst. Es reiche nicht, Maschinen und Gebäude vorzuhalten. Wichtig seien die richtigen Mitarbeiter, ergänzte Jacob. „Das ist ein ernsthaftes volkswirtschaftliches Problem“, so die Arbeitgebervertreter unisono. Angesichts dieser Entwicklung stößt die Forderung der IG Metall in der aktuellen Tarifrunde, dass künftig alle Beschäftigten die Arbeitszeit verkürzen können sollen, auf wenig Verständnis, wie Sven Hohorst deutlich machte.

Denn die Lage am Arbeitsmarkt wird nach Ansicht der heimischen Wirtschaft noch enger, da 41 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, dass das Personal weiter aufgestockt wird. Nur 14 Prozent planen einen Arbeitsplatzabbau. „Diese Situation auf dem Arbeitsmarkt wird weiterhin dazu führen, dass sich die schon bestehenden Engpässe bei der Gewinnung von Fachkräften noch weiter verschärfen werden“, blickt der AGV-Geschäftsführer in das Jahr. Vergessen werden dürfe zudem nicht die ohnehin stattfindende Fluktuation in der Arbeitnehmerschaft.

Es fehlt an adäquaten Bewerbern

Gründe für die Schwierigkeit bei der Besetzung von Stellen sind zum einen die nicht ausreichende Anzahl an adäquaten Bewerbern (41 Prozent), vor allem aber die nicht ausreichende Qualifikation der Bewerber (43 Prozent) sowie das Problem, Mitarbeiter in die Region zu bekommen (18 Prozent). Was die Qualifikation angeht, da sieht Hohorst dringenden Regelungsbedarf bei der Landesregierung. „Es gibt in NRW politisch noch einiges zu tun, um im Bildungsbereich aufzuholen.“

Angesichts dieser Rahmenbedingungen werde ein aktives Fachkräfte-Standortmarketing für Minden-Lübbecke immer wichtiger, so Fechner weiter. Die „l(i)ebenswerte Region“ noch stärker herausstellen, müsse das Ziel sein. Dabei zeigt die Beurteilung des Wirtschaftsstandortes Mühlenkreis durch die befragten Unternehmen, dass Schwachstellen besonders im Nahverkehr, in der Verkehrsanbindung des Altkreises Lübbecke sowie in der Attraktivität und im schlechten Zusammenhalt in der Region gesehen werden.

Minden-Lübbecke: breiter Branchenmix, familienfreundlich und gute Lebensqualität

Auf der Habenseite werden die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die aktive Wirtschaftsförderung, der breite Branchenmix, die Bereiche Sport und Freizeit sowie die Familienfreundlichkeit und Lebensqualität im Kreis Minden-Lübbecke gesehen. Positiv beurteilt die Wirtschaft außerdem den Campus Minden. Der könne die nochmals gesteigerte Ausbildungsbereitschaft der heimischen Unternehmen positiv beeinflussen, zeigte sich Sven Hohorst überzeugt. Unter anderem der Campus biete die Möglichkeit, der Fachkräfteproblematik selber ein wenig entgegenwirken zu können. Dass dabei allein das Studium nicht Voraussetzung sei, eine – auch finanziell – gute Beschäftigung in den Unternehmen zu bekommen, daran erinnerte Patrick Jacob. Denn auch die duale Ausbildung eröffne viele Möglichkeiten.

Alle Umfrageergebnisse im Internet unter www.agv-minden.de.

© Text und Foto: Pressebüro Hans-Jürgen Amtage | Minden

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