Arbeitgeber im Mühlenkreis blicken auf positives Jahr

Blicken auf ein positives Wirtschaftsjahr 2016: der Vorstand des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke mit (v. l.) Anja Ruschmeier, Sven Hohorst und Alfred Dalpke sowie AGV-Geschäftsführer André M. Fechner (2. v. r.). Foto: Pressebüro Amtage

Blicken auf ein positives Wirtschaftsjahr 2016: der Vorstand des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke mit (v. l.) Anja Ruschmeier, Sven Hohorst und Alfred Dalpke sowie AGV-Geschäftsführer André M. Fechner (2. v. r.). Foto: Pressebüro Amtage

Arbeitgeberverband: Positive Grundstimmung auch in 2017

Minden-Lübbecke (PAM). Die Wirtschaft im Mühlenkreis blickt weitgehend positiv auf das Jahr 2016.

Das ist das Resümee aus der aktuellen Umfrage des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke, die der AGV Ende des vergangenen Jahres bei einer Rücklaufquote von rund 50 Prozent unter seinen 169 Mitgliedsbetrieben mit insgesamt mehr als 27.500 Beschäftigten und etwa 1700 Auszubildenden durchführte. „Im Durchschnitt wurde das vergangene Jahr von den Unternehmen als positiv bewertet“, erläuterte AGV-Vorsitzender Sven Hohorst (Wago, Minden) am Montag vor Journalisten in Minden. „Im Arbeitgeberverband sind viele verschiedene Branchen vereinigt, so dass die Aussagen der Umfrage nicht immer für alle zutreffen.“ So agiere beispielsweise der Handel meist in einer recht angespannten Lage.

Die positive Grundstimmung in der heimischen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Jahr 2015 noch einmal gesteigert. Bezeichneten im vorletzten Jahr 40 Prozent der Betriebe die Geschäftslage als gut, sind es bei der aktuellen Umfrage 49 Prozent. Ein Befriedigend gaben 41 Prozent (2015: 53 Prozent), als schlecht bewerteten zehn Prozent (sieben Prozent) die Lage.

Vorsichtig positiv schätzen die Teilnehmer der Verbandsumfrage das aktuelle Jahr ein. So erwarten mehr als ein Drittel der Unternehmen eine bessere Entwicklung als 2016 (20 Prozent). 54 Prozent (60) gehen von einer stabilen Geschäftslage aus, elf Prozent (20) rechnen mit einer Verschlechterung.

Für das laufende Jahr plant mehr als ein Drittel der Arbeitgeber steigende Investitionen. Das kommt einer Steigerung von 27 auf 37 Prozent gleich. Mit geringeren Investitionen rechnen nur noch drei Prozent (sieben Prozent in 2015). Die Investitionen der Unternehmen würden vor allem in die Standorte im Kreis Minden-Lübbecke (75 Prozent) fließen, betonte Hohorst, der gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Anja Ruschmeier (BeCo Matratzen, Lübbecke) und Alfred Dalpke (Dalpke Group, Bad Oeynhausen) sowie AGV-Geschäftsführer André M. Fechner über die Umfrage informierte. Weitere Mittel fließen in weitere deutsche Standorte (zwölf Prozent) sowie 13 Prozent ins Ausland.

Weitere Personalaufstockungen geplant

„Die Beschäftigungssituation hat sich auf hohem Niveau eingependelt“,  verwies Sven Hohorst auf einen Wert von 51 Prozent der Unternehmen, bei denen die Zahl der Beschäftigten zugenommen hat. Im Vorjahr waren es nur 20 Prozent. Ebenso deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Mitgliedsunternehmen des AGV Minden-Lübbecke, bei denen Arbeitsplätze abgebaut wurden. Von 33 Prozent in 2015 sank der Wert auf 17 Prozent. Mehr als ein Drittel der Firmen geht dabei davon aus, dass sie im laufenden Jahr das Personal weiter aufstocken werden. 17 Prozent planen einen Arbeitsplatzabbau.

Diese Situation werde dazu führen, dass es auf dem Arbeitsmarkt zu weiteren Engpässen bei der Gewinnung von Fachkräften komme, fürchtet der AGV-Vorstand. Schon jetzt habe sich die Lage, je nach Branche, deutlich verschärft. Es sei daher zwingend notwendig, dass qualifizierte Zuwanderer ins Land kommen, erklärte Alfred Dalpke. Die hohe Zahl von Flüchtlingen sei dabei zurzeit keine Lösung, da der Qualifikationsbedarf sehr hoch sei, ergänzte Sven Hohorst. Die Sprache sei dabei das Haupteintrittsproblem, konkretisierte Anja Ruschmeier die Problematik. So geht der Appell an die öffentlichen Institutionen, die Sprachschulung und Eingliederung von Flüchtlingen deutlich stärker anzugehen und zur Schaffung einer gemeinsamen Basis noch stärker beizutragen. „Und diese Basis ist die Sprache Deutsch.“

Arbeitgeber sehen Schwachpunkte im Mühlenkreis

Wichtig sei aber auch ein aktives Standortmarketing für die Region, um Fachkräfte nach Minden-Lübbecke zu holen, mahnt der Arbeitgeberverband. Während beispielsweise die aktive Wirtschaftsförderung, geringe Lebenshaltungskosten und eine hohe Lebensqualität für Familien ebenso wie die Bildungsmöglichkeiten am Campus Minden und ein preiswertes Lohngefüge von den Unternehmen positiv gesehen würden, gebe es auch Schwachpunkte. Dazu gehören die schlechte Verkehrsanbindung des Altkreises Lübbecke, teilweise hohe Gewerbesteuern und langsame Behördentätigkeiten.

Auf der Positivseite sehen die heimischen Arbeitgeber aber auch den Ausbildungsmarkt im Mühlenkreis. Es zeige sich, dass die Mitgliedsunternehmen des AGV verstärkt in die Fachkräftesicherung investierten. So stellten 30 Prozent der Betriebe, und damit drei Prozent mehr als 2015, Ausbildungsplätze bereit. Besonderheit dieses Wertes: in nahezu allen anderen Kreisen in der Region ist die Zahl rückläufig. Bewährt habe sich auch das Zusammenwirken der Arbeitgeber mit der Agentur für Arbeit, erinnerte AGV-Geschäftsführer André M. Fechner an vielfältige gemeinsame Aktivitäten.

Gefragt wurde bei der Umfrage auch nach den zentralen Themen, die zurzeit bei den Unternehmen ganz oben stünden: Dazu zählen vor allem die Digitalisierung, die Mitarbeiterentwicklung- und qualität sowie die Personalentwicklung.

© Text und Foto: Pressebüro Hans-Jürgen Amtage, Minden

AGV Minden-Lübbecke

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