1,54 Millionen Euro für Innenstadtprojekte in Minden

Regierungs-Vizepräsident Gernot Berghahn (links) übergibt den Förderbescheid an Bürgermeister Michael Jäcke.  Foto: Pressestelle Stadt Minden

Regierungs-Vizepräsident Gernot Berghahn (links) übergibt den Förderbescheid an Bürgermeister Michael Jäcke. Foto: Pressestelle Stadt Minden

Minden. Die Stadt Minden erhält 1,54 Millionen Euro aus Städtebauförderungsmitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Grund genug für Gernot Berghahn, Vizepräsident der Bezirksregierung Detmold, dafür nach Minden zu kommen und den Zuwendungsbescheid persönlich an Bürgermeister Michael Jäcke zu übergeben.

Der unterschrieb das Papier im Rathaus gerne und hob hervor, dass es Minden – trotz schwieriger Haushaltslage in den vergangenen Jahren – stets gelungen sei, den notwendigen Eigenanteil zur Förderung aufzubringen und die Mittel auch fristgerecht „zu verbauen“. Er dankte neben dem Land auch der Mindener Politik für die wichtigen und richtigen Entscheidungen in der Innenstadtentwicklung. An die Übergabe des Bescheids schloss sich ein rund einstündiger Rundgang durch die Innenstadt und zur Weser an.

Von innen nach außen

Nach der nahezu abgeschlossenen Neugestaltung der Fußgängerzone gehe die Stadt nun quasi „von innen nach außen“ vor, so Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz, in Bezug auf ein geplantes Entwicklungskonzept für das Glacis. Zudem soll ein freiraumplanerischer Wettbewerb Lösungen für eine Neugestaltung der Weserpromenade liefern. Ziel ist es, eine gute Gestaltung mit hoher Aufenthaltsqualität von der Schlagde bis über die Bastaumündung hinaus zu erhalten, die anschließend umgesetzt werden kann. Rund die Hälfte der nun bewilligten Mittel solle in Maßnahmen aus dem Barriereatlas fließen. Eines der Projekte ist hier die behindertengerechte Gestaltung der Straße „Trockenhof“, die die Obermarktstraße mit der oberen Altstadt verbindet. „Die Straße soll künftig eine maximale Steigung von sechs Prozent haben“, erläuterte Bursian beim Rundgang mit dem Regierungs-Vizepräsidenten.

Gelder für den Verfüngungsfond

Ein weiterer Teil der Landes-Fördermittel fließt in den Verfügungsfonds, aus dem seit 2011 mittlere und kleinere Projekte in der Innenstadt finanziert werden. So konnten aus diesem „Topf“, der mit Geld vom Bund, Land, der Stadt Minden und mit privaten Mitteln gefüllt wird, unter anderem das neue Wasserspiel auf dem Markt, die touristische Beschilderung, das „digitale Minden“, der Skatepark an der Weser, der neue Weserpegel, die „Essbare Stadt Minden“ und das Baustellenmarketing gefördert werden. Der Fonds wird sowohl durch private Mittel als auch durch öffentliche Mittel getragen. Über die Förderung von beantragten Projekten entscheidet ein Vergabegremium aus Vertretern der Politik, dem Einzelhandel und Innenstadtakteuren, so Bursian.

Stadtkämmerer Norbert Kresse hob hervor, dass die Bezirksregierung immer ein offenes Ohr gehabt habe, wenn es um die Lösung von „kniffligen Fragen“ in anstehenden oder laufenden Baumaßnahmen ging. Gernot Berghahn lobte seinerseits das Mindener Handlungskonzept für die Innenstadt. „Die Stadt Minden verfolgt mit dem Konzept seit 2010 eine konsequente Strategie die von einer breiten politischen Mehrheit getragen wird. Das gab und gibt Planungssicherheit auch für private Investoren“, berichtete Lars Bursian. Auf die Frage von Gernot Berghahn, ob auch in Minden die öffentliche Förderung zu maßgeblichen privaten Investitionen geführt hat, nannte Bürgermeister Jäcke die Wiederbelebung des Hertie-Komplexes nach sechs Jahren Leerstand, die geplante Errichtung eines Geschäftshauses am Scharn durch einen Investor und die ebenfalls geplante Wiederbelebung der Wehmeyer-Immobilie an der Martinitreppe als Beispiele. Die Neugestaltung der Fußgängerzone habe zu Synergieeffekten geführt, „die wir uns auch gewünscht haben“, so Jäcke.

Gernot Berghahn, der 1985 bis 1990 für die Vergabe von Städtebaufördermitteln bei der Bezirksregierung verantwortlich war, erinnerte an die großen Summen, die seinerzeit für die Sanierung und Modernisierung der historischen Stadtkerne bewilligt wurden – mehr als 100 Millionen DM allein für Ostwestfalen-Lippe. 26 Millionen Euro seien nun aktuell in die Region geflossen. Dass ein Teil davon in Minden „gut verbaut“ worden ist, davon überzeugte sich der Regierungs-Vizepräsident bei dem Rundgang. Dieser führte vom Markt (hier Wasserspiel, touristische Ausschilderung und digitales Minden) über die Obermarktstraße (fast abgeschlossene Bauarbeiten in der Fußgängerzone), den Trockenhof (geplanter barrierefreier Ausbau), die Ritterstraße (saniertes Mindener Museum) weiter über die Bäckerstraße (Neugestaltung Fußgängerzone) an die Weserpromenade (hier Gestaltungswettbewerb geplant)  und zurück über die Tonhallenstraße zum Markt.

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